drunter und drüber
Linolschnitte, Aquatintaradierungen auf Papier, geschöpftes Papier, Malerei und Hölzer
Vernissage 15. März 2024
Ausstellungsdauer 16. März bis 20. April 2024
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Liebe Besucherinnen und Besucher,
Liebe Freundinnen und Freunde der Galerie,
„Ich habe viel Farbe in Euer Leben gebracht“ - Martin Noël
Es ist uns eine Freude, aber gleichzeitig auch durchaus ein Anliegen, Sie zu unserer neuen Ausstellung mit dem Titel „drunter und drüber“ mit Arbeiten von Martin Noël in die Galerie in der Friedrichstraße sehr herzlich einzuladen.
Thema dieser Ausstellung werden vorwiegend Arbeiten des Künstlers sein, mit denen er einen Bezug zum Werk Otto Freundlichs (1878 – 1943) herstellt, einem Künstler, der zu den ersten Vertretern der abstrakten Kunst in Deutschland gehört.
Aber ganz sicher richtete sich Martin Noëls Interesse nicht nur formal auf das Werk, sondern ganz gewiss auch auf das Leben Otto Freundlichs und dessen Umstände, die eher dramatisch verliefen.
Wenn man dann noch bedenkt, dass Martin Noël sich immer wieder auf die Gedanken des englischen Philosophen John Berger (1926-2017), in denen er sich für die Entdeckung des Unbeachteten, des eher Bedeutungslosen bei der Wahrnehmung von Natur und Um- oder Mitwelt aussprach, bezog, wird man leicht, auch wenn dies nur unsere ganz persönliche Wahrnehmung ist, einen interessanten und spannenden Bogen bis in unsere heutige Zeit schlagen können.
Unsere Ausstellung in der Galerie ist aber gleichzeitig als eine kleine Ergänzung der sicherlich sehr interessanten Ausstellung „Martin Noël - Otto Freundlich, Die Entdeckung der Moderne“ in der Villa Zanders in Bergisch-Gladbach, die am 24. März um 11.30 Uhr eröffnet wird, gedacht. Auch hier, wie man dem Titel leicht entnehmen kann, geht es um die Beziehung Martin Noël zu Otto Freundlich:
"Der Bezug auf vorhergehende Generationen und Vorbilder ist in der Geschichte der Bildenden Kunst gang und gäbe. Über lange Zeit war das Kopieren der Klassik und der Alten Meister sogar ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Ausbildung. Wenn sich Martin NoëI (1954 – 2010) auf das Werk von Otto Freundlich (1878 – 1943) bezieht, betritt er dennoch Neuland und findet zu eigenständigen Lösungen, die auf beide Künstler ein aufschlussreiches Licht werfen. NoëI erkannte die Modernität Otto Freundlichs und sah in ihm einen Weggefährten.
Martin NoëI leitete seine Motive aus der sichtbaren Alltagswelt ab. Er folgte ihren Konturen, legte Linien frei und erschuf daraus
eine faszinierende Welt abstrakter Formen. Das Wechselspiel von Linie und Fläche sollte seine kontrastreichen Holzschnitte über Jahre dominieren. Ab 2002 beschäftigte sich NoëI intensiv mit Leben und Werk Otto Freundlichs. In der Zeit bis zu seinem Tod entstanden etwa 200 Werke, die sich explizit auf Otto Freundlich beziehen.
Otto Freundlich wurde in eine jüdisch assimiliert lebende Familie hineingeboren. Sein innovatives Œuvre, das Gemälde, Skulpturen, Mosaike und Glasfenster umfasst, wie auch seine politisch-
philosophischen Schriften machen ihn zu einem Wegbereiter der Moderne. Er gilt als Impulsgeber einer geometrisierenden Abstraktion, deren Formensprache sich aus kleinen Elementen
zusammensetzt, und die ihm als Synthese seiner künstlerischen wie sozialen Überzeugung erschien. Die Nationalsozialisten
fühlten sich durch seine Schriften provoziert und verfremten seine Bildsprache. " (Kunstmuseum Villa Zanders 2024)
Natürlich möchten wir in der Galerie am Freitag, dem 15. März, ab 19.30 Uhr viele Fragen zum Werk von Martin Noël und seiner Beziehung zu Otto Freundlich und deren Bedeutung bis zum heutigen Tag mit Ihnen erörtern. Wir freuen uns, wenn wir Sie zahlreich begrüßen können und laden Sie sehr herzlich zu diesem Abend ein.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Herzlichst
Ihre Jenny Geißler-Bentler und Bernd Bentler
Parallel zur Galerieausstellung:
Kunstmuseum Villa Zanders
Martin Noël - Otto Freundlich
Die Entdeckung der Moderne
24. 3. - 25. 8. 2024